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Bieler Philosophietage 2001: Pressemitteilung

 

1. Bieler Philosophietage: Philosophie und Psychologie – eine Gratwanderung


Biel, 06.09.2001:Erstmals finden in der Stadt Biel die Bieler Philosophietage statt. Die nationale, zweisprachige Veranstaltung steht unter dem Patronat der schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften und sucht den Dialog zwischen akademischer und populärer Philoso-phie unter direktem Einbezug der Öffentlichkeit. Die klassische Form des Symposiums wird dabei verknüpft mit den Mitteln der philosophischen Praxis wie Café philosophiques, philosophische Stammtische und Gesprächsrunden. Das Kernthema der ersten Bieler Philosophietage lautet: „Philosophie und Psychologie – eine Gratwanderung“.

Philosophie erlebt derzeit einen markanten Aufschwung. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sie Fragen stellt, welche den heutigen Menschen unter den Nägeln brennen. Sie unterstützt eine kritische, oft sehr persönliche Auseinandersetzung mit der Welt, in der wir leben. So etablieren sich in verschiedenen europäischen Städten philosophische Praxen, „Cafés philosophiques“ und philosophische Stammtische. Eine weit verbreitete populäre philosophische Literatur thematisiert zudem auf vielfältige Weise den „Sinn des Lebens“. Daneben tut sich einiges von philosophischer Bedeutung in den Wissenschaften, von dem die Leute vor allem via Massenmedien durchaus Kenntnis nehmen. So stossen beispielsweise bioethische Fragen heute auf ein reges öffentliches Interesse.

Der Wunsch nach vertiefter Diskussion zwischen Fachleuten und den „Menschen auf der Strasse“ unter Einbezug von Sinnfragen und lebensphilosophischen Aspekten nimmt also zu. Die Bieler Philosophietage bieten dazu erstmals eine neuartige, nationale Plattform für diese Form des Dialogs. Die vom Bieler Atelier Pantaris organisierte Veranstaltung wird vor-aussichtlich alle zwei Jahre durchgeführt und steht unter dem Patronat der Schweizerischen Akademie der Sozial- und Geisteswissenschaften (SAGW). Die SAGW erhofft sich damit einen Beitrag zur Förderung des Images geisteswissenschaftlicher Disziplinen in der Öffent-lichkeit. Es bestehen zudem Kontakte zur Schweizerischen Philosophischen Gesellschaft, zur Schweizerischen Gesellschaft für biomedizinische Ethik und zur Schweizerischen Verei-nigung für Rechts- und Sozialphilosophie sowie zu diversen praktischen Philosophen in der Schweiz.

Die Philosophietage stehen jeweils unter einem Leitthema. Ziel ist es dabei, alten Verbindungen der Philosophie zu wissenschaftlichen Disziplinen nachzuspüren und Bezugspunkte deutlich zu machen. Die ersten Bieler Philosophietage stehen unter dem Titel „Philosophie und Psychologie – eine Gratwanderung?“. Referentinnen und Referenten aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien werden die Frage, welchen Beitrag Philosophie bzw. Psychologie zu einem guten Leben leisten können und wollen, mit der Öffentlichkeit diskutieren.

Die Bieler Philosophietage finden vom 19. bis 21. Oktober 2001 statt. Ein zweitägiges Symposium an der Ingenieurschule Biel mit namhaften nationalen und internationalen Referenten wird umrahmt von einem kulturellen Programm (Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen, Musik). In Kellern und Kneipen der Bieler Altstadt trifft man sich mit den Referent/innen an philosophischen Stammtischen zu Gesprächen in deutscher und französischer Sprache.

Organisator der Bieler Philosophietage ist das Atelier Pantaris (www.pantaris.ch). Dieses Beratungsunternehmen in den Bereichen Sprache, Bildung und Wissenschaft führt seit mehreren Jahren öffentliche Veranstaltungen, Seminare und Podiumsgespräche zu aktuellen gesellschaftlichen Themen durch.