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Bieler Philosophietage 2003: Pressemitteilung

 

2. Bieler Philosophietage: Was ist schön? – Philosophie und Kunst


Biel, 15.09.2003: «Was ist schön?» fragen die 2. Bieler Philosophietage, die vom 17. bis 19. Oktober in der Bieler Altstadt und im Centre PasquArt stattfinden. Das Programm: Eine Folge von Highlights. Standen die erfolgreichen 1. Bieler Philosophietage 2001 unter dem Stichwort «Philosophie und Psychologie», so sind sie dieses Jahr mit «Philosophie und Kunst» überschrieben. Die Kernfrage lautet dabei: «Was ist schön?» Und die facettenreiche Recherche gilt dabei nicht einseitig der bildenden Kunst, sondern umschliesst verschiedenste Ausdrucksformen von der Musik über den Film und die Literatur bis zur Installation, zum Netzprojekt und zur Performance.

Renommierte Philosophen und Philosophinnen, Künstler und Künstlerinnen aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Frankreich referieren und diskutieren, musizieren, spielen, lesen, performen. Das Patronat der betont zweisprachigen Veranstaltung hat, wie bei der ersten Auflage, die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften inne. Die Initianten und Veranstalter der multimedialen Tagung sind Markus Waldvogel und Markus Christen vom Bieler Atelier Pantaris, zusammen mit einer Gruppe von Mitdenkenden und Mitorganisierenden. Namhafte Organisationen unterstützen die Veranstaltung.

«Was ist schön?» - Diese Frage richtet sich seit jeher an die Kunstschaffenden. «Kunst soll doch schön sein...?», meinen die einen. «Kunst kann nicht schön sein, denn sie muss uns aufrütteln!», entgegnen die anderen. Dieses Spannungsfeld wollen die Philosophietage mit einem breit gestreuten Fragen- und Themenkomplex erkunden. Philosophen und Philosophinnen wie Michael Hauskeller, Marie-José Mondzain, Brigitte Hilmer oder Roberta di Monticelli beleuchten das Schöne aus verschiedenen Gesichtswinkeln. Kulturschaffende - unter ihnen der Organist Peter Leu, der Konzeptkünstler Max Matter, die Performerin Victorine Müller, Schauspieler des Stadttheaters Biel, der Autor Urs Jäggi, die Publizistin Ursula Pia Jauch - zeigen in Werken und Auftritten in welchen Bezug sie sich zum Schönen stellen; sinnlich, lustvoll, bewusst hinterfragend.

Die Orte der Auseinandersetzung sind diesmal die Stadtkirche, das Stadttheater und das Centre PasquArt. Am Samstagabend sind die Philotage in den Kellern der Altstadt zu Gast, wo das Publikum in der Tradition der «Café philosophiques» mit den Referentinnen und Referenten ins Gespräch tritt.

Die Bieler Philosophietage verstehen sich als Baustellen des Denkens. Sie eröffnen Brücken und Verbindungen zwischen Philosophie und den Wissenschaften, zwischen Akademie und Stammtisch. In der speziellen Atmosphäre der Bieler Altstadt sind Plattformen angelegt, die Begegnungen ermöglichen und ein tieferes Nachdenken über zentrale Gegenwartsfragen. Damit sind die Philosophietage Teil einer Entwicklung, welche die Philosophie deutlicher als bisher auf Fragestellungen interessierter Nicht-Philosophen und -philosophinnen ausrichten will. So sind zum Beispiel die «Cafés philos» keine Bieler Erfindung, sondern gehören in vielen Städten Europas mehr und mehr zu einem wichtigen Zweig des Kulturangebotes. Dieselbe Tendenz findet sich auch in der Literatur, die Nachdenken über Sinnfragen, ethische Zusammenhänge und Strukturen von Lebensqualität in vielfältiger Form zum Thema macht.