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Bieler Philosophietage 2005 — Schlussbericht

Über 400 Menschen haben am Wochenende die Dritten Bieler Philosophietage besucht. Das ist der bisher grösste Publikumsaufmarsch. Das Thema "Der Mensch - des Menschen Wolf" fand offensichtlich Anklang. Philosophen, Theologen und das Publikum sprachen über Bösartigkeiten und Respekt in menschlichen Beziehungen.

Der französische Essayist und Wissenschaftler Albert Jacquard entwickelte am Freitagabend in der Bieler Stadtkirche vor über 250 begeisterten Personen seine Vision von einer "Welt ohne Verlierer". Die Philosophin Simone Zurbuchen (Uni Freiburg) sprach am selben Abend über die "Grenzen der Menschenrechte". Ein zweisprachiges Publikumsgespräch und lyrisch-musikalische Intermezzi rundeten den Abend ab. Am Samstagmorgen prägte die deutsche Philosophin Marit Rullmann mit "Der Mann, des Menschen Tiger" eine Gegenthese zum Tagungsthema, während der deutsche Theologe Eberhard Jüngel den Begriff des Gewissens scharfsinnig ausleuchtete und zusammen mit Simone Zurbuchen und dem Publikum weiter ausführte. Am Nachmittag umriss der Genfer Philosoph Wolfgang Wackernagel die Frage, wie denn ein Zustand, in dem der Mensch dem Menschen kein Wolf ist, aussehen könnte. Das von Referenten, Schauspieler/innen und dem Publikum intensiv diskutierte und durch eine französische Lesung eingeführte Theaterstück "das mass der dinge" von Neil LaBute wurde zum künstlerischen Höhepunkt der Veranstaltung. Am Abend fanden die dritten Bieler Philosophietage mit je einem deutschen und einem französischen Café philosophique ihren Abschluss.

Das Anliegen der Bieler Philosophietage, Bezüge zwischen französischen und deutschsprachigen Denker/innen auf direkte Weise herzustellen, ist Erfolg versprechend und wird in Zukunft wohl noch weiter entwickelt werden. Die Bieler Philosophietage fanden in diesem Jahr im Rahmen des Festivals Science et Cité statt.

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