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Bieler Philosophietage 2005: Pressemitteilung

 

3. Bieler Philosophietage: Der Mensch, des Menschen Wolf – Philosophie und Theologie

Biel, 12. Mai 2005 - Unter dem Motto „Homo homini lupus – Philosophie und Theologie“ finden am 20. und 21. Mai 2005 die 3. Bieler Philosophietage statt. Mit bekannten Referentinnen und Referenten wie Albert Jacquard, Marit Rullmann oder Ulrich Knellwolf, mit kulturellen Darbietungen sowie in mehreren Diskussionsrunden wollen die Veranstalter dazu beitragen, philosophisches Denken einer interessierten Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Der Philosoph Thomas Hobbes sah unter dem Eindruck des Dreissigjährigen Krieges im Menschen des Menschen Wolf – „homo homini lupus“. Seither sind rund 350 Jahre vergangen. Wir sehen uns heute gerne als zivilisierter an. Zumindest, was die direkten Beziehungen von Mensch zu Mensch betrifft. Wir sprechen von „sozialer Unternehmenskultur“, von „Mediation“, vertrauen auf die Konfliktlösung mittels Recht und Gesetz und setzten Ethik-Kommissionen für strittige Fragen ein. Als dies scheint auf ein erhöhtes Bewusstsein bezüglich menschlicher Umgangsformen hinzudeuten. Doch was bedeutet die allgegenwärtige Präsenz solcher Ausdrücke wirklich? Sind die Menschen – vorab in den Industrienationen – keine Wölfe mehr für ihre Mitmenschen? Oder versucht man heute, die menschliche Bestie gezielter zu zähmen? Das sind wesentliche Fragen der 3. Bieler Philosophietage.

Um sie zu diskutieren, kommen bekannte und sehr unterschiedliche Menschen nach Biel: Der Philosoph, Naturwissenschafter und Globalisierungskritiker Albert Jacquard aus Paris, der „grosse alte Mann“ der evangelischen Theologie, Eberhard Jüngel aus Tübingen, die (feministische) Philosophin und Publizistin Marit Rullmann aus Gelsenkirchen, die Philosophin Simone Zurbuchen aus Fribourg und der Religionsphilosoph Wolfgang Wackernagel aus Genf. Sie werden befragt und reflektiert vom Theologen Denis Müller aus Lausanne und dem Krimiautor und Theologen Ulrich Knellwolf – und natürlich vom Publikum.

Die Bieler Philosophietage wollen Philosophie greifbar und einem breiteren Publikum zugänglich machen. Vorträge, Diskussionen und Cafés philosophiques geben allen Teilnehmer/innen immer wieder Möglichkeiten, sich einzumischen und den Verlauf der Auseinandersetzungen mitzugestalten. Aus dem selben Grund werden die dritten Bieler Philosophietage rund um das Theaterstück „Das Mass der Dinge“ von Neil LaBute angesiedelt. Dieses Stück ist eine moderne, dramatische Version des „homo homini lupus“-Themas und bringt dieses buchstäblich auf den Punkt.

Die Bieler Philosophietage finden 2005 zum dritten Mal statt – diesmal im Rahmen des Festivals Science et Cité. Die Veranstaltung ist zweisprachig und steht unter dem Patronat der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie wird von einer Reihe von Stiftungen, sowie öf-fentlichen und privaten Organisationen und Unternehmungen unterstützt. Organisator der Bieler Phi-losophietage ist das Atelier Pantaris (www.pantaris.ch). Dieses Beratungsunternehmen in den Bereichen Sprache, Bildung und Wissenschaft führt seit mehreren Jahren öffentliche Veranstaltungen, Seminare und Podiumsgespräche zu aktuellen gesellschaftlichen Themen durch.