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Cinéphilo: Der tschechische Traum

CESKY SEN – Der tschechische Traum hält den größten Konsumschwindel, den die Tschechische Republik je gesehen hat, mit der Kamera fest: Filip Remunda und Vit Klusak, zwei junge tschechische Filmemacher, legen dabei die psychologischen und manipulativen Kräfte der Konsumwelt offen: Sie kreieren eine riesige Werbekampagne für etwas, das nicht existiert!

Zu der aufwändigen Kampagne, entworfen von einer renommierten Werbeagentur, gehören TV- und Radio-Spots, 400 Leuchtreklametafeln, 200.000 Werbeflyer mit CESKY SEN Markenartikeln, ein Werbejingle, eine eigene Webseite und Anzeigen in Zeitungen und Magazinen.

Für zwei Wochen sind die Straßen von Prag gepflastert mit Werbung für den geplanten Supermarkt. Mit Werbesprüchen wie "Geht nicht hin! Gebt kein Geld aus!" werden über 4000 Menschen angelockt. Am Eröffnungstag erreichen sie eine Wiese, wo sie anstelle des Supermarkts nur eine 10m x 100m große Fassade vorfinden.

CESKY SEN – Der tschechische Traum ist ein witziger und provokativer Blick auf die Auswirkungen steigenden Konsumverhaltens einer post-kommunistischen Gesellschaft. Das Experiment führte zu zahlreichen Kontroversen, provozierte teilweise extreme Reaktionen in der tschechischen Bevölkerung und den Medien und wurde sogar im Parlament diskutiert (Text: Real Fiction).

Zweisprachige Moderation der anschliessenden Diskussion durch Béatrice Sermet

Tschechien 2004 - Originaltitel: Ceský sen - Regie: Vít Klusák, Filip Remunda - Länge: 87 min.