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Erfolgreiche Bieler Philosophietage 2011

Bereits sind die Philosophietage 2011 vorüber - doch die vielen Diskussionen, Dialoge, Dispute,
Gespräche, Darbietungen, Filmbesuche und natürlich das gemütliche Zusammensitzen bei einem
guten Glas werden den sehr zahlreichen Besucherinnen und Besuchern noch lange in Erinnerung
bleiben. Die Organisatoren sind sehr zufrieden mit der diesjährigen Ausgabe der Philosophietage.
Nachfolgend ein paar Impressionen.

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Bieler Philosophietage 2011:
„Fürchte Dich nicht!  Alles unter Kontrolle!“

Die 6. Bieler Philosophietage beschäftigen sich traditionsgemäss mit einem aktuellen gesellschaftlichen Thema. Im Jahr 2011 ist dies die Frage nach der Bedeutung, Herkunft und Auswirkung des weitverbreiteten Glaubens an eine umfassende Kontrollierbarkeit von Bildung, Wissenschaft und Kultur. Kontrolle bedeutet als Wort „Gegenregister, Gegenrolle oder auch Nachprüfung“ und wäre so gleichbedeutend mit einer Selbstverständlichkeit in allen Bereichen anspruchsvoller Arbeit. Schon seit langem haben wissenschaftliche Einrichtungen, die Öffentlichkeitsarbeit oder politische Institutionen aus eigenem Antrieb heraus „Gegenleseverfahren“ zur Sicherstellung ihrer Qualität entwickelt.

Dieser Tätigkeit lag das Bild des verantwortlich handelnden Menschen zugrunde. Es war das Bild von freien, mündigen Bürger/innen, die sich in Wissenschaft, Arbeit und Kultur entsprechend verhalten. Gute Bildung, intensiver Austausch unter Professionellen, angemessene Entlöhnung und eine starke persönliche Motivation bildeten in den führenden Ländern (Europas) während Jahrzehnten das Gerüst und den Garant für Wohlstand und soziale Ausgeglichenheit.

Noch vor 20 Jahren war die öffentliche Rede geprägt von der Vorstellung kritischer Generalisten im Dienste von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft. Heute erleben wir einen Wandel in Richtung einer kontrollierten und ausdefinierten Wissensgesellschaft. Es ist, als sollten die Vorstellungen vom mündigen Bürger einer Vision des flexiblen Wirtschaftsbürgers weichen. Interessanterweise geht dieser Trend Hand in Hand mit einem neu erwachten Glauben an die Messbarkeit überhaupt. Das Bewusstsein des Menschen, seine Freiheit, wird zunehmend als vorbestimmte Aktivität des Gehirns beschrieben und Informationen sind lediglich Recheneinheiten im Konzept virtueller Wirklichkeit.

Doch die diesbezügliche philosophische Debatte ist heftig, interessant und vielschichtig. Die Veranstalter/innen der 6. Bieler Philosophietage möchten einem interessierten und sicher auch betroffenen Publikum einen vertieften Einblick in die erkenntnistheoretische und politische Dimension dieses grundlegenden Themas bieten. Im Zentrum stehen hochkarätige philosophische Referate aus dem französischen und deutschen Sprachraum, ein filmischer Einstieg, einschlägige Theaterstücke, Ateliers und ein künstlerischer Ausklang.