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Was kaufe ich, wenn ich alles kaufen könnte was es zu kaufen gibt?

Leibphilosophische Einlassungen von Annegret Stopczyk

Es geht um die alte Zauberfrage der Fee: Was willst, wenn Du alles haben kannst? Wünsch Dir was, ich erfülle es.

In dem Moment, wenn wir in unserer Bedürfnisbildung nicht an Mangelgrenzen stossen und freie Wahl haben zeigt sich der individuelle Kern des eigenen Menschseins.

Wer bin ich, was will ich haben, wer will ich sein, wie möchte ich angesehen werden, was möchte ich in dieser Welt tun?

Wie überprüfe ich meine Wünsche und Bedürfnisse? An was soll ich mich orientieren?

Leibphilosophisch lautet die Antwort: Orientiere Dich an dem, was Dir gut tut.

Aber was tut mir gut? Das gute Gefühl bei einer Entscheidung, wie kommt es zu Stande? Sind Gefühle „sicherer“ als rationale Erwägungen?

Was lösen bestimmte Vorstellungen für Leiberfahrungen aus? Hier sind auch Ergebnisse der neueren Gehirn- und Hormonforschung interessant.

Wollen wir alle, wie Aristoteles behauptete, glücklich sein im Leben? Glücksempfindungen erfahren? Einen bestimmten leiblichen Zustand erreichen, in dem wir uns richtig gut fühlen?

Was ist mit Menschen, die viele Anstrengungen und auch Leid auf sich nehmen, um ihre Wünsche zu erfüllen, die gar Unglück für sich akzeptieren?

Das, was gut für einen ist, lässt sich nach Aristoteles nur durch Philosophieren erreichen. Zum Philosophieren brauchen wir Muse, Zeit ohne Zwecke und Ziele. Dafür brauchten die Athener genügend Eigentum, um sich Sklaven für die Arbeit der Hände zu halten. Zwecklose Lebenszeit war schon damals der größte Luxus.

Wir brauchen auch heute Mittel, um Zeit für sich selbst zu kaufen. Normalerweise ist keine Zeit da um zu philosophieren, d.h. über sich selbst und alles andere zu denken.

Was also wäre, wenn alle Wünsche frei wären? Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht nach den Tagesnotwendigkeiten oder gesellschaftlichen Erwartungen ausrichten müssten? Es geht bei der Zauberfrage um die Frage nach sich selbst.

Geld und Kaufen sind tief verwoben mit eigenen Identitätsformen.

Schottlands reichster Mann, Tom Hunter, spendete 1 Milliarde Euro für wohltätige Zwecke. „Die Philanthropie ist der wirkliche Ansporn, Geld zu machen“ sagte Hunter der BBC.

Geld und Kaufen muß nicht von vornherein ethisch negativ bewertet werden, es kommt darauf an, was wir kaufen würden, wenn wir alles kaufen könnten.

Hunter kaufte mit seinem Geld mehr Wohlbefinden für andere Menschen und suhlte sich in seinen philanthrophischen Gelüsten.