Home | Verein | D | F
 

Tierische Philosophie

Was ist das Tier? Was können wir von den Tieren wissen? Welchen Respekt verdienen Tiere? Wieviel „Tier“ steckt in uns? Über 400 Besucherinnen und Besucher diskutierten anlässlich der achten Bieler Philosophietage über solche und andere Fragen.

Mit einem vollen Dutzend Veranstaltungen über vier Tage wartete die neue Edition der Bieler Philosophietage auf. Damit wurde dieses seit 2001 durchgeführte „Fest der Philosophie“ der bisher grösste „Event der Gedanken“ in der zweisprachigen Stadt am Jurasüdfuss. Das Prinzip, Philosophie interessierten Laien zugänglich zu machen, wurde durch die Reichhaltigkeit und Verschiedenheit der Anlässe noch unterstrichen. Tanz, Musik, bildende Kunst, Literatur, Film und Philosophie reichten sich an den Philotagen 2015 ebenso die Hände wie Philosoph/innen der französischen und deutschen Sprache.

Nachdem der weltweit erste zweisprachige Philoslam (mit SRF Kultur) – den die Tirolerin Lene Morgenstern ex aequo mit dem Münchner Dominik Erhard gewann – am Donnerstag Abend schon über 120 Zuschauer/innen anlockte, ging es in ähnlichem Stil weiter. Die lebhafte Debatte über den isländischen Film „Of horses and men“ im Bieler Filmpodium, Dieter Birnbachers Referat über die teure Freundschaft zu Tieren, die französische Philosophin Florence Burgat (passer un pacte juste avec les animaux) oder der Basler Philosoph Markus Wild, der über „Leid und Liebe“ bei Tieren sprach, waren Publikumsmagneten.

Auf Augenhöhe mit dem Publikum – dies ist ein Markenzeichen der Veranstaltung – wurde in den anschliessenden gut besuchten Ateliers am Samstag nachmittag mit den Hauptreferent/innen und den neuen Gästen Adèle Thorens Goumaz, Eduard Käser, Auke Ijspeert, Hanjo Glock und Carel van Schaik diskutiert. Fragen nach dem Respekt gegenüber Tieren, nach deren Instrumentalisierung, „Konstruktion“ und Verschiedenheit standen dabei im Vordergrund. Mit einer explosiven Tanzperformance und einer künstlerischen Annäherung an das Tier im Menschen von Tonia Schilling klang der Samstagabend im Bieler Kultlokal le Singe aus.

Am Sonntag folgte ein letzter Höhepunkt im CentrePasquArt (Kunsthaus). Noëlle Revaz, Michael Stauffer, Beat Sterchi und Adi Blum von „Bern ist überall“ zeigten am Sonntagmorgen eine „tierisch-gute“ Spoken Word Performance. Felicity Lunn führte das Publikum zuvor mit einem tierischen Blick durch die Ausstellung „Stipendium Vordemberge-Gildewart“.

Insgesamt besuchten über 400 Zuschauer/innen die Anlässe der 8. Bieler Philosophietage.
Dieses erfreuliche Resultat ist laut der Organisator/innen auch eine Folge der guten Vernetzung mit dem Schweizer Fernsehen, dem Filmpodium, der Landeskirche, der Literarischen Gesellschaft und dem Centre PasquArt. „Ohne Synergien in der Kulturszene wären solche Veranstaltungen nicht möglich“, meinten die Veranstalter.

Und es soll so weiter gehen. Im Jahre 2017 stehen die 9. Bieler Philosophietage ins Haus.


Erleben Sie die Beiträge des Philosophy Slam
auf der Website des Schweizer Fernsehens