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Sport als eine Verdichtung des guten Lebens

Während vier Tagen wurde anlässlich der 10. Bieler Philosophietage der Frage nachgegangen, ob der Sport zu einem guten Leben beiträgt oder nicht. Die Diskussionen, Film, Musik und der Philosophy-Slam verzeichneten rund 200 Eintritte. 

Selten erhält man von Sportlerinnen und Sportlern vertiefende Einblicke darüber, wie sich das Le-ben nach dem Karriereende anfühlt, wie ein schwerer Unfall eine Neuausrichtung sämtlicher Le-bensträume erfordert oder was die «Philosophie» eines Radrennfahrers eigentlich ist. Die 10. Bie-ler Philosophietage ermöglichten im Gespräch zwischen Spitzenathleten und international re-nommierten Philosophen solche Einblicke, die in der medialen Hektik des modernen Sports oft untergehen. An der Hauptveranstaltung am Samstag an der Sporthochschule Magglingen sprach etwa Wolfram Eilenberger über das Leben von Leistungssportlern nach der Karriere in einem gut besuchten Atelier mit der Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin. Die Sportphilosophin Claudia Pawlenka vertiefte den Zusammenhang von Doping, Sport und Sucht im Gespräch mit dem Psychi-ater Michael Soyka. Oder die professionelle Artistin Silke Pan schilderte eindrücklich, wie Sie dank dem Sport – sie ist die diesjährige Gewinnerin des Giro D’Italia im Handbike – neuen Lebensmut nach einem schweren Unfall gewinnen konnte.

Eröffnet wurden die 10. Bieler Philosophietage am Donnerstag mit dem «Philosophy Slam», der diesmal von welschen Slammern dominiert wurde. Der Lausanner Pablo Michellod gewann knapp vor den ebenfalls aus Lausanne stammenden Yan Walther und Nicolas Rovere. Der Freitag gehörte dem Film und dem Radsport. Nach dem preisgekrönten Schweizer Film «Hugo Koblet – pédaleur de charme» diskutierten Patrick Moerlen und Thiébaud Valère darüber, inwieweit der Film die Realität des heutigen Radsports nachzeichnet. Einen künstlerischen Höhepunkt erreichten die Bie-ler Philosophietage am Sonntag, als der Pianist Martin Christ den Stummfilm-Klassiker «College» (1927) mit Buster Keaton auf dem Piano begleitete.

Insgesamt verzeichneten die Bieler Philosophietage rund 200 Eintritte; eine geringere Zahl als in den vorangegangenen Jahren. Ob in zwei Jahren erneut Philosophietage in Biel stattfinden sollen, ist nach Ansicht der Organisatoren noch offen.